• Generation Y
  • Designstudentin Sandra Jahrgang 1989
  • Meine Mama ist meine Hauptbezugsperson, weil egal was ist, auch wenn ich Scheiße baue, hilft sie auf jeden Fall, dass ich da irgendwie wieder rauskomme und wenn ich mich irgendwie schlecht verhalte, sagt sie mir das auch sofort ins Gesicht.
  • November 2014
  • WARUM HAST DU DICH FÜR DAS KOMMUNIKATIONSDESIGNSTUDIUM AN DER FH DORTMUND BEWORBEN?
  • Es war ziemlich spontan und kurzfristig, eigentlich war ich schon im Beruf, wusste aber immer, dass ich noch ein bisschen studieren möchte, um meinen Horizont zu erweitern. Als ich dann die betriebliche Kündigung bekommen hatte, dachte ich mir, dass das dann passt. Da ich nur Zeit für die Anfertigung einer Mappe hatte, war Dortmund am naheliegendsten, weil hier meine ganzen Freunde schon gewohnt und studiert haben. Das war auch immer das Problem, dass ich pendeln musste, als ich noch in Iserlohn gewohnt habe.
  • WAS HAT SICH DURCH DEN BEGINN DES DESIGNSTUDIUMS IN DEINEM LEBEN GEÄNDERT?
  • Vorher war das auf der Arbeit so, dass man die anfallenden Jobs erledigt, sodass es dem Kunden gefällt. Dann fährt man nach Hause und entweder meine Freunde hatten dann Zeit oder nicht. Jetzt ist es so, dass man diesen unregelmäßigen Wochenrhythmus durch die Uni hat – mal früh, mal spät, aber man kann vielmehr unternehmen! Dann geht man mal ins Museum oder trifft sich mit Freunden zu irgendwelchen Unzeiten, die im Arbeitsfeld nicht so gängig sind. Man trifft einfach so viele Leute, verschiedene Dozenten und löst Aufgaben, auf die man immer anders reagieren muss. Da habe ich schon gemerkt, dass ich aus diesem alten Arbeitstrott rauskommen muss, aber auf jeden Fall ist es nochmal genau das, was ich wollte, dass ich mich noch weiterentwickeln kann.
  • WAS WAR ALS KIND DEIN TRAUMBERUF?
  • Ich hatte diese ganz klischeehaften Mädchenwünsche – Tierärztin war eine davon. Damals hat man Tierärtzin damit verbunden, dass man einfach nur Tiere mag. Niemand hat einem da erzählt, dass man die auch aufschneidet und da eklige Sachen passieren. Ansonsten müsste ich jetzt meine Mama anrufen und fragen, was ich damals so in die Freundschaftsbücher geschrieben habe, aber Prinzessin war natürlich auch dabei.
  • WELCHES EREIGNIS HAT DICH ALS KIND GEPRÄGT?
  • Während der Schulzeit, das ist ein zweischneidiges Schwert, war ich so ein typisch gemobbtes Kind. Das war damals ganz schrecklich für mich, aber es hat auch dazu geführt, dass ich heute mit vielen Sachen einfach so umgehe, wie ich das heute mache. Ich war früher voll das Mäuschen, jetzt wirke ich in den meisten Situation eher extrovertiert. Es gibt natürlich auch Momente, in denen ich dann schweigend in der Ecke sitze, weil ich nicht weiß, was ich sagen soll oder ich unsicher bin. Ich glaube schon, dass es dazu geführt hat, dass ich meistens ziemlich schlagfertig bin und einen guten Sinn dafür habe, was im Umgang mit Menschen in Ordnung ist und was nicht – ich habe ein gutes Gerechtigkeitsgespür. Denoch bin ich bei vielen Sachen unsicher, mache mir Gedanken darüber, wie ich auf andere wirke, ob ich was falsch gemacht und mich im Ton vergriffen habe oder wenn ich Leute nicht mag und die stehen redend ein paar Meter von mir entfernt, dass ich dann denke, die reden über mich, auch wenn sie es wahrscheinlich gar nicht machen.
  • WAS MACHT DICH TRAURIG?
  • Alleinsein kann ich nicht gut. Ich kann zwar gut für mich alleine leben, aber sobald ich das Gefühl habe, meine Freunde melden sich gar nicht mehr bei mir und es würde sie nicht groß kratzen, wenn irgendwas bei mir wäre, dann wäre ich traurig. Das stimmt natürlich nicht. Wenn mir was passieren würde, wäre es ganz ganz schrecklich! Aber man hat immer mal so Phasen, in denen man zum Beispiel zwei Wochen lang nichts voneinander hört und sie sich scheinbar nicht ganz dafür interessieren, was du so machst. Wenn ich das Gefühl habe, dann ist das aber nicht so, die haben dann nur mit eigenem Kram genug zu tun. Da kann ich halt gar nicht so gut mit umgehen.
  • WO SIEHST DU DICH IN DER ZUKUNFT?
  • Da gibt es so ein paar grobe Vorstellungen, was ich ganz cool finden würde. Ich fänds ganz gut in einer Agentur zu arbeiten oder in einem Gruppenbüro, gerne auch in einer größeren Stadt. Dann einfach an richtig schönen Jobs zu arbeiten, wo man mutig an die ganzen Problemlösungen gehen kann. Irgendwie mit Leuten zusammenzuarbeiten, die auch Freunde sein können, weil man auf einer gleichen Wellenlänge ist und eine lockere Arbeitsatmosphäre hat. Ein Partner ist natürlich immer schön, sei es nun mit Family oder ohne, das kann ich jetzt noch nicht festlegen. Ob ich heiraten möchte, weiß ich nicht, ich glaube ich brauche das nicht, dieses Verheiratetsein. Andererseits, immer wenn ich auf den Hochzeiten von Freundinnen bin, denke ich, dass ich es eigentlich doch ganz schön finde. Es kommt auf den Menschen an, mit dem ich dann zusammen sein werde.
  • BIST DU MIT DEINEM LEBEN ZURZEIT ZUFRIEDEN?
  • Ja schon. Man durchläuft immer Höhen und Tiefen. Ich würde gerne vielmehr von mir selbst aus schaffen, aber wenn ich die Zeit dazu habe, liege ich auf der Couch und schaue mir eine Serie an und wenn ich viel zu tun habe, dann denk ich mir, jetzt könntest du dein Skizzenbuch weiterführen oder einfach aus Spaß an der Freude ein Linoldruck machen. Das ist der innere Schweinehund, über den ich mich immer so ein bisschen ärgere, gerade weil ich jetzt durchs Studium so viele Möglichkeiten habe. Aber grundsätzlich ist schon alles gerade richtig so wie es ist.